News / 06.06.2014

Ich erwarte einen Schub bei der betrieblichen Altersvorsorge

Verdoppelung der Begünstigten in den nächsten zehn Jahren realistisch - Nationaler Schulterschluss für 3-Säulen-Modell der Pensionsvorsorge

Durch das Pensionskonto, das ganz wesentlich für die Bewusstseinsbildung ist, wird ein kräftiger Schub für die betriebliche Altersvorsorge in den nächsten Jahren erwartet. Wichtig ist nun ein "nationaler Schulterschluss" aller Verantwortlichen zum Ausbau des drei-Säulen-Systems der Altersvorsorge.
Aktuell ist rund ein Viertel der insgesamt 3,5 Millionen Erwerbstätigen in einem System der betrieblichen Altersvorsorge, davon rund 750.000 aktive Beschäftigte bei den Pensionskassen. Eine Verdoppelung in den nächsten zehn Jahren ist auf jeden Fall realistisch. Rundherum gibt es die Notwendigkeit für eine ergänzende betriebliche Vorsorge, von der demografischen Entwicklung bis zu den budgetären Themen. Die betriebliche Altersvorsorge ist gut geeignet, um in die Breite zu kommen.

Man muss sich nun konstruktiv und abseits aller ideologischen Positionen zusammensetzen und das Drei-Säulen-Modell gesamthaft weiterentwickeln. In diesem Zusammenhang gilt der Verweis auf das Regierungsprogramm, wonach die Pensionskommission auch die zweite und dritte Säule betrachten wird. Nach der Information der Bevölkerung, stellt sich in einem weiteren Schritt die Frage nach möglichen Anreizen. Österreich ist eines der wenigen Länder in Europa, in dem Arbeitnehmerbeiträge nicht steuerlich absetzbar sind. Die Zahlungen des Unternehmens können als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Beiträge der Arbeitnehmer sollten daher auch die Steuerbasis vermindern und in der Auszahlungsphase versteuert werden. Damit kann mehr Kapital in die Veranlagung gehen. Es gibt Studien, wonach dadurch in Summe über die höheren Volumina auch mehr Steuereinnahmen zustande kommen.

Das neue Pensionskonto ist eine wichtige Basis für einen Pfad zu mehr Transparenz und ganz wesentlich für eine echte Bewusstseinsbildung. Die Politik muss den Bürgern gegenüber in Sachen Vorsorgemodelle offen sein, diese dienen der Erhaltung der Kaufkraft älterer Menschen.